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rote flora3

12/9/07

Globale Aktion gegen Schwerindustrie.

Heute marschieren Menschen in Süd Afrika, Island, Trinidad, Dänemark und Amerika um gegen Schwerindustrie zu protestieren. Dieser globale Aufmarsch ist der erste, seit dem zusammentreffen von aktivsten all dieser Länder auf dem Saving Iceland Protest Camp das im Juli 2007 statt gefunden hatte. Der gemeinsame Feind ist die Schwerindustrie im speziellen die multinationalen Konzerne Alcan/Rio-Tinto und Alcoa.

In Süd Afrika sind heute um die 250 Menschen zum Hauptquartier Alcans in Johannesburg marschiert um dort gegen Alcans Kauf von billiger Energie zu protestieren. 30% der Süd afrikanischen Bevölkerung haben keinen Strom. Alcan hingegen wird durch Nuklear und Kohlekraftwerke versorgt und zahlt dafür die auf dem Weltmarkt billigsten Tarife. Die Menge die Alcan verbraucht ist so hoch wie die Hälfte der gesamten Energie die Cape Town benötigt. Heute blockierten die protestierenden für ein ein Halb Stunden den Haupteingang des Hauptquartiers des Kanadischen Aluminium Konzerns, Alcan, was den Zugang zum Gelände in dieser Zeit unmöglich machte.
Die Organisation Earthlife Africa JHB, war Teil dieser Demonstration, und verlangen folgendes: Erstens, das Alcan und Eskom- die nationale energie Gesellschaft, ihren Vertrag mit Alcan auflösen und zweitens, das Eskom jeden Süd Afrikanischen Haushalt mit einem Minimum von 100kmw an Strom pro Tag versorgt.

In Island, trotz Sturm und Regen, haben sich Menschen vor dem Parlament in Reykjavik und auf der Route entlang des Thjorsa Flusses der als nächstes auf der Liste zum Bau eines Hydroelektrischen Dammes steht, um 15 Uhr lokaler Zeit versammelt.
Der isländischen Umwelt Ministerin Thórunn Sveinbjarnardóttir, wurde früh morgens ein Besuch, in ihrem privat Haus abgestattet um ihr einen Brief zu überreichen und sie zu einen Gespräch mit den Protestierenden aufzufordern
Der isländische Staat versucht den Bau von zahlreichen neuen und die Erweiterung schon existierender Aluminium Schmelzen so schnell wie möglich durchzuführen, um somit den totalen Export von Aluminium in Island auf 3 Millionen Tonnen pro Jahr zu steigern. Diese Hydroelektrischen Projekte werden sowohl von Wissenschaftlern als auch Lobbyisten stark kritisiert. Drei Damm Bauten, sind bereits im Gebiet des Thjorsar Flusses geplant, um damit entweder eine geplante neue Aluminium schmelze des Großkonzerns Alcoa in Husavik oder die Erweiterte der Anlage des Großkonzerns Alcan in Hafnarfjordur die von der Gemeinde durch Veto blockiert wurde, mit genügend Strom zu versorgen.
“Die Arbeitslosigkeit liegt in Island bei 0.9. Das bedeutet also das die enorme Umweltzerstörung die durch solche Bauten verursacht werden nur auf die Gier der nationalen Strom Gesellschaft, Landsvirkjun zurückzuführen ist, da solche Zerstörung und Bauten wirtschaftlich unlogisch sind. Wir versammeln uns hier um den Bauern unsere Unterstützung zu zeigen in ihrem Kampf um ihr Land, unser Land!” sagte Siggi Hardarson Mitglied der autonomen Organisation Saving Iceland.

In Trinidad, versammeln sich heute Protestanten um einjährige Jubiläum jenes Tages zu feiern an dem tausende von Menschen an dem Kampf gegen die Pläne des Großkonzerns Alcoa eine Aluminium Schmelze in Chatam zu errichten, teilnahmen und gewannen. Gleichzeitig führen über die nächsten Tage, Anwälte einen juristischen Kampf gegen die ‘Environmental Management Authority’( die Gesellschaft vertritt die Industrialisierung Trinidads), welcher die Zukunft der Insel bestimmen wird.
“September der 12te 2006 war der Tag an dem Aktivisten Traktoren und Polizei auf der ‘Foodcrop Road’ konfrontierten, die Erinnerung dieses Tages ist für immer in die Herzen der Aktivisten, als einer der wichtigsten Momente im Kampf um die Umwelt und soziale Gerechtigkeit in Trinidad und Tobago, eingraviert.” Berichtet Attillah Springer Mitglied der ‘Rights Action Group’.

Der Druck der durch den Aufmarsch des Volkes verursacht wurde haben den Premier Minister Patrick Manning dazu veranlasst die Pläne für den Bau einer Aluminium Schmelze, des Großkonzerns Alcoa in Chatam fallen zu lassen.
Mit vier Anklagen konfrontiert, wurde der Versuch der Environmental Management Authority (dessen Hauptanleger NEC und der Aluminium Großkonzern Alutrint sind) die NGOs RAG,PURE und Smelta Karavan legal davon abzuhalten gegen die EMA öffentlich zu protestieren vom Richter abgelehnt. Diese richterliche Entscheidung war eine der wichtigsten Schritte im Kampf gegen die Industrialisierung Trinidads auf Nationaler Ebene nicht nur im Raum Chatmans.

In Dänemark, hat sich heute Abend um 18h lokaler Zeit eine Demonstration zusammen gefunden um vor der dänischen und der grönländischen Botschaft zu demonstrieren. Sie tragen ein Plakat mit der Aufschrift "Global Struggle Against Heavy Industry". Es werden Reden über den globalen Kampf gegen Schwerindustrie und die globale Gegenbewegung gehalten werden.
Alcoa schmiedet Pläne um eine Aluminium Schmelzen in Grönland zu errichten, wofür der dänische Premier Minister Hans Enoksen sich momentan in New York um Darlehen bewirbt um den Bau eines hydroelektrischen Kraftwerkes zu finanzieren.

In Australien haben die Bewohner von Yarloop, einem Dorf im Westen des Kontinents die Amerikanische Anwältin Erin Brockovitch um Vertretung angesucht, um gegen den Großkonzern Alcoa zu klagen. Die Bevölkerung verlangt das Alcoa für die Übersiedlung und den Bau eines neuen Dorfes zahlt, da ihr bestehendes Dorf , so die Bevölkerung, eine ‘Giftwolke’ ist. Die Gesundheit der Bevölkerung leidet stark unter den Nebeneffekte der Gift und Schadstoffe die durch die Aluminium Schmelze des angeklagten Großkonzerns produziert werden.

In Holland erschien in Solidarität mit globalen Kampf gegen Schwerindustrie und mit Saving Iceland, Graffiti entlang einer Zugstrecke bei Arnhern mit der Aufschrift “Rettet die letzte Wildniss Europas” und “savingiceland.org”. die Wand auf der das Graffiti gesprüht wurde war Teil des Mega-infrastruktur Projekts ‘Betuwelijn’ ein kontroverses Projekt das die Niederlande mit Deutschland verbindet.

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Saving Iceland schreibt Geschichte

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HILF EUROPAS LETZTE GROSSE WILDNIS VOR SCHWER INDUSTRY ZU BEWAHREN - 2007 AKTIONCAMP / START 6 JULI / ISLAND - Saving Iceland Deutsch Aufkleber pdf

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"In Scheißland wird Scheiße gebaut. Die Scheißdeutschen lieben Scheißland. Sie glauben daß die Scheißländer in einklang mit der Scheißnatur leben. Die Scheißdeutschen sehen in jedem Scheißländer einen Scheißelfen oder Scheißtroll.

Im scheißländischem Hochland wird ein riesengroßer Scheißstausee gebaut damit eine amerikanische Scheißfirma billige Scheißelektrizität kaufen kann um eine große Scheißaluminiumschmelze zu betreiben. Die Scheißländer glauben daß sie viel Scheißgeld verdienen werden.

Jetzt haben die Scheißdeutschen Kuratoren Scheißkunst aus Scheißland ausgestellt."
Osk Vilhjalmsdottir
Kuenstler

„Warum erlauben wir es einer Handvoll Politiker, Entscheidungen über Schicksal und Zukunft unseres Naturerbes zu treffen, die noch viele Generationen nach uns verurteilen werden? Warum bringen wir nicht den Mut, die Solidarität und die Klugheit auf, diesen Wahnsinn aufzuhalten?“
Gudmundur Pall Olafsson
Naturforscher, Autor, Fotograf

Es ist noch nicht zu spät!

Kommt zu unserem Protest-Camp ab 6. Juli 2007 nach Island!

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Hast du gewusst ...

...dass fast alle Gletscherflüsse schon voll in Anspruch genommen werden?

...dass Gletscherflüsse nicht nur Lebensadern für Island sondern für die ganze Erde sind?

Im Flusswasser befinden sich Schlamm und aufgelöste Stoffe. Gletscherflüsse fördern besonders viel Schlamm und je wärmer die Atmosphere wird desto mehr Schlamm wird gefördert.

Die Gletscherflüsse fördern Schlamm ins Meer, wo er eine neue Aufgabe bekommt, nämlich das Treibhausgas CO2 zu binden und es zu Kalk zu verwandeln. Auf diese Weise bauen die Gletscherflüsse die Verschmutzung der Erde ab. Das geschieht vor allem in jungen Vulkanländern wie Island und nimmt zu wenn die Atmosphere wärmer wird.

Die Gletscherflüsse binden dieses Gas, das zusammen mit anderen Gasen, die Aufwärumung der Atmosphere verursacht und die Zukunft des Lebens auf der Erde bedroht.

Wenn Gletscherflüsse eingedämmt werden, um Kraftwerke zu bauen, wird ihre wichtige Tätigkeit sowie das Binden des Treibhausgases CO2 beeinträchtigt. Statt SAUBERE ENERGIE zu sein, wie von Kraftwerks- und Großindustriefreunden behauptet wird, ist sie SCHWARZ.

Staudämme und Stauseen in Gletscherflüssen beschränken die Wirkung des Gletscherschlammes im Meer und deshalb ist der Schädlichkeitsgrad der Wasserkraftwerke ein Mehrfaches von dem bisher Angenommenen.

Außerdem is es wahrscheinlich, dass zurückgehende Menge des Gletscherschlammes und gestörtes Fließen der Wasserfälle die Bildung von Kiesel- und Kalkalgen schadet. Das könnte weniger Fischfang an den Küsten Islands, weniger Arbeitsplätze und weniger Exportwerte zur Folge haben.

Es wäre erforderlich, die Eindämmung aller Schlamm- und Gletscherflüsse der Welt zu verbieten, weil es für die gesamte Erdbevölkerung von Interesse ist, dass sie unbehindert arbeiten können, genau wie auch, dass die Regenwälder im Amazonen Gebiet zu erhalten sind.

Wenn Kraftwerks- und Großindustriefreunde mit sauberer Energie der isländischen Wasserfälle für Aluminium-Schmelzer angeben, täuschen sie sich selbst und das ganze Volk. Der Schaden ist schon sehr groß und Wasserkraftwerke mit Staudämmen und Stauseen machen das Problem des Treibhausklimas noch ärger.

Die Gletscherflüsse sind Lebensader der Erdbewohner und schaffen Quellen des Reichtums in vielerlei Weise - sie sind Lebensader für die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und die gesamte Menschheit.

Deswegen werden alle Gletscherflüsse bereits verwendet, verwendet für das Leben und die Zukunft.

Guðmundur Páll Ólafsson, Naturwissenschaftler, den 3. Januar 2006.

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Ziel des Camps ist es, eine Plattform für gewaltlosen Widerstand gegen die Zerstörung der Natur Islands zu bieten. Dabei werden jede Menge kreative Aktionen der verschiedensten AktivistInnen und KünstlerInnen stattfinden. An dem Camp kann sich jedeR beteiligen. Wir werden auch Workshops/Veranstaltungen zu zahlreichen Umwelt-, Politik- und kulturellen Themen und Wanderungen in die Umgebung organisieren.

Auf dem Camp werden weltbekannte und weniger bekannte Bands spielen, allerdings ohne offizielle Ankündigung.

Wenn ihr kreative/künstlerische/musikalische Talente habt oder Wissen weitergeben wollt, freuen wir uns sehr über eure Beiträge.

Anreise

Ihr könnt per Flugzeug oder Schiff anreisen. (Links zu den Flug- und Fährgesellschaften findet ihr weiter unten.)

Flüge sind am billigsten, vor allem mit Iceland Express. Es gibt z.B. Flüge von London (Gatwick) nach Reykjavik (Keflavík) mit British Airways oder von Oslo nach Keflavík mit SAS Braathens. Die Fähren legen an der Ostküste in Seydisfjordur an. Von dort dauert es mit dem Bus eine halbe Stunde bis Egilsstadir, der Stadt, die dem Camp am nächsten gelegen ist. Wir werden einen regelmäßigen Shuttle-Service (etwa alle anderthalb Stunden) zwischen Egilsstadir und dem Camp einrichten. Es gibt jetzt auch Direktflüge von Kopenhagen nach Egilsstadir. Weitere internationale Flüge verkehren nach Reykjavik (Keflavík), das am anderen Ende der Insel liegt. Die Fahrt von Reykjavik bis Kárahnjúkar dauert etwa 8 bis 10 Stunden.

In Reykjavik gibt es einen Infotreffpunkt im linken Zentrum Snarrot, Laugavegur 21 (im Keller von Kaffi Hljómalind, Fon: 5518927), wo ihr Einzelheiten zum Camp und Mitfahrgelegenheiten erfragen könnt. Wenn ihr keine Mitfahrgelegenheit von Reykjavik nach Egilsstadir findet, trampt einfach von der Ausfallstraße! Trampen geht in Island einfach, der Weg ist aber sehr weit, also deckt euch mit genügend Proviant ein. Frauen sollten sich genau überlegen, ob sie allein trampen wollen. Fragt erstmal bei Kaffi Hljómalind oder Snarrot.

Beteiligungsmöglichkeiten

Kommt zum Camp und zeigt eure aktive Solidarität.

Bringt Autos und möglichst viele Zelte mit – je größer, desto besser. Ja, auch LKWs und Festzelte! Bringt unbedingt eure Fahrerlaubnis mit, auch wenn ihr nicht selbst mit dem Auto kommt.

Wir suchen Leute mit handwerklichen Fähigkeiten und Know-how für den Aufbau und den Betrieb des Camps (z.B. für Klempnerarbeiten, Holzbau, Strom, Gesundheit, Sicherheit).

Wir brauchen außerdem noch Leute, die juristischen Beistand geben können, Autos fahren, kochen und andere, die in den einzelnen Orga-Teams des Camps mitarbeiten. Wenn ihr euch einklinken wollt, schreibt uns eine Mail.

Gebt euer Wissen und eure Fähigkeiten in Workshops im Camp weiter.

Wir freuen uns auch sehr über Soli-Aktionen außerhalb Islands. Unter dem Link – „Killing Iceland“ – The Nature Killers – findet ihr Listen mit Firmen, die möglicherweise für Aktionen in Frage kommen. Auch die isländischen Botschaften freuen sich sicher, von euch zu hören.

Bringt/Spendet Lebensmittel und andere Sachen, die wir im Camp brauchen.

Wir brauchen auch dringend Geld für das Camp, Publikationen, Prozesskosten etc. Wir sind eine unabhängige Graswurzel-Bewegung und bekommen keinerlei Unterstützung von finanzkräftigen Institutionen. Spenden könnt ihr direkt über diese Website.

Gebt Informationen über das Camp oder die Website weiter. Lasst uns eure guten Ideen zukommen.

Notwendige Ausrüstung

Sorgt dafür, dass ihr so unabhängig wie möglich seid. Bringt eigenes Essen, Zelte, Kochmöglichkeiten und andere Campingausrüstung mit. Die Zelte müssen starkem Wind und Nässe standhalten können. Das Camp wird nur ganz grundlegende Dinge zur Verfügung stellen, es gibt aber kostenloses Essen für Langzeit-TeilnehmerInnen. Falls ihr auch unabhängig rumreisen wollt, müsst ihr unbedingt alle überlebensnotwendigen Sachen dabei haben. Wenn ihr mit der Fähre kommt, könntet ihr eigene Autos mitbringen. Das wäre für das Camp und auch für eure eigene Mobilität sinnvoll.

Das Klima ist ziemlich mild. Obwohl das Hochland nördlich des großen Vatnajokull-Gletschers die trockenste Gegend in Island ist, kann es trotzdem manchmal wie aus Eimern schütten.

Wie viel Geld braucht ihr? Das hängt davon ab, wie viel ihr außerhalb des Camps rumreist und esst. Im Camp kostet das Essen für Langzeit-TeilnehmerInnen definitiv nichts, und auch sonst gibt es nicht viele Möglichkeiten, Geld auszugeben, es sei denn, ihr fahrt in die nächste Stadt, Egilsstadir.

Die Preise sind insgesamt ungefähr so wie in England (also höher als in Deutschland). Essen, vor allem Gemüse, sind in Island erheblich teurer. Alkohol ist extrem teuer und auch Busreisen können eineN finanziell ruinieren. Reisekosten innerhalb Islands sind doppelt oder dreimal so teuer wie z.B. in Großbritannien. In Island bezahlt ihr halt mehr – wie überall, wo es darum geht, Touris abzuzocken. Auch kommerzielle Unterbringungsmöglichkeiten solltet ihr unbedingt meiden, in Reykjavik haben wir kostenlose Unterkünfte für euch.

Kleidung

Als Faustregel empfehlen wir, drei Schichten übereinander zu tragen und auf Kälte und Regen vorbereitet zu sein. Kleidet euch leicht aber warm. Gute Regenkleidung ist ein Muss. Für das Camp empfehlen wir Wanderschuhe und Gummistiefel. Sehr wichtig sind Thermo-Unterwäsche, lange Unterhosen und langärmlige Shirts. Es kann aber auch sehr sonnig und warm werden. Denkt daran, dass das Camp nicht weit vom Polarkreis und auf einer Höhe von 400-800 Meter liegt. Ihr braucht also eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor. Da die Sonne auch nachts scheint, solltet ihr vielleicht auch was für die Augen mitbringen (z. B. Schlafbrille), damit ihr besser schlafen könnt. Denkt auch an Heftpflaster und grundlegende Sani-Ausrüstung, um z.B. was gegen Blasen (vom Wandern in neuen Schuhen) machen zu können!

Handys funktionieren im Kárahnjúkar-Gebiet größtenteils. In den meisten anderen Gegenden des isländischen Hochlands herrscht aber Funkstille, es sei denn ihr habt Handys mit NMT-Standard, bei denen aber auch oft Funklöcher auftreten.

Was wir brauchen

Hängt natürlich ganz von euren Transportkapazitäten ab: Wir brauchen Fahrzeuge, idealerweise mit Vier-Rad-Antrieb, auch LKWs und Caravans.

Wir suchen dringend erneuerbare Energiequellen, z.B. Solarmodule, und Generatoren aller Art.

Wir brauchen große Zelte (Zirkuszelte, Festzelte, alles was groß genug für die Gemeinschaftsnutzung ist).

Große Kochtöpfe, Geschirr etc.

Möglichst viele Walkie-Talkies.

Gas-Flaschen zum Kochen und Heizen.

Bau- und Feuerholz.

Autofahren in Island

Konzentriert euch aufs Fahren, auch wenn die Natur atemberaubend schön ist. Haltet an, wenn ihr euch die Landschaft ansehen wollt.

Die wichtigste Straße zum Kárahnjúkar-Gebiet ist für ganz normale Autos geeignet. Sobald ihr aber von dieser Straße runterfahrt, müsst ihr sehr vorsichtig fahren; das Auto sollte eine möglichst hohe Bodenfreiheit haben.
Die meisten Gebirgsstraßen und Straßen im Landesinneren sind nicht befestigt. Das gilt auch für weite Strecken der Autobahn, die aber auch oft asphaltiert ist. Die Oberfläche der Schotterstraßen ist oft lose, besonders am Rand. Fahrt also vorsichtig und verlangsamt, wenn Autos entgegenkommen. Die Gebirgsstraßen sind auch oft sehr schmal und nicht für schnelles Fahren geeignet. Das selbe gilt für viele Brücken, die oft nur von einem Auto überquert werden können. Die Bergstraßen winden sich oft in Serpentinen. Die Fahrt kann deshalb oft länger dauern als gedacht. Informationen über die Straßenverhältnisse gibt es täglich von 8-16 Uhr unter der Telefonnummer +354-1777 oder unter der Webadresse www.vegagerdin.is .

Fahren mit Licht ist auch am Tag vorgeschrieben. Die allgemeine Geschwindigkeitsbegrenzung liegt bei 50 km/h innerhalb von Ortschaften, bei 80 km/h auf unbefestigten Straßen in ländlichen Gebieten und bei 90 km/h auf Asphaltstraßen. Bei Brücken unbedingt langsam annähern. Selbst bei Straßen in relativ gutem Zustand gibt es fiese Schlaglöcher an den Brückenenden. Asphaltierte Straßen wechseln oft plötzlich – und ohne jegliche Vorankündigung – in unbefestigte Abschnitte über. Das kann sehr gefährlich sein, wenn ihr nicht in angemessenem Tempo fahrt und hat schon viele schlimme Unfälle verursacht. Das Aufstellen von Verkehrsschildern wird in Island sehr lax gehandhabt. Vertraut auch nicht auf Karten, wenn befahrbare Straßen ausgewiesen sind. Bergstraßen können urplötzlich verschwinden oder unbefahrbar werden. Seid besonders vorsichtig beim Überqueren von Flüssen. Kleine Rinnsale verwandeln sich nachmittags oft in reißende Ströme. Vergewissert euch immer, dass ein anderes Auto in der Nähe ist, wenn ihr Flüsse überquert. Macht euch auch auf Schaf- und Kuhherden auf Straßen gefasst, wenn ihr über Land fahrt. Sie mögen es vor allem, abends die von den Straßen abstrahlende Wärme zu genießen. Auf der wichtigsten Straße nach Kárahnjúkar müsst ihr auch mit Wild rechnen. Denkt daran, dass es auf dieser Straße viel Schwerlastverkehr wegen der Staudamm-Baustelle gibt. Im Hochland gibt es keine Tankstellen, bringt also Benzinreserven mit. JEDES FAHREN AUSSERHALB VON STRASSEN IST EXTREM VERANTWORTUNGSLOS, DA DIE SUBARKTISCHE VEGETATION ISLANDS EXTREM EMPFINDLICH IST.

Praktische Infos


Smyril-line – Fähre von den Shetland-Inseln, Dänemark und Norwegen nach Seydisfjordur (2 Stunden Autofahrt bis Kárahnjúkar.) Aberdeen office: 0044-845 6000 449 Börge Muxfeldt Office Manager 0431-2008872 B.Muxfeldt@Smyrilline.de Andre Demin Group reservation 0431-2008873 A.Demin@Smyrilline.de Birthe Busse Reservation 0431-2008875 B.Busse@Smyrilline.de Janina Krämer Reservation 0431-2008874 J.Kraemer@Smyrilline.de

Iceland Express – Flüge von Dänemark, Deutschland, Großbritannien

British Airways have also started flying to Iceland.

Air Iceland – Flüge zwischen Reykjavik und Egilsstadir (1.1/2 Stunden im Auto bis Kárahnjúkar)

Icetourist

Botschaften

LonelyPlanet

IceBike – Klickt auf 'Practical info' (gute allgemeine Reiseinfos)

The National Land Survey of Iceland

Travel info from the Public Roads Administration

The Icelandic Meteorological office

Der Karahnjukar-Staudamm – größtes Umweltzerstörungsprojekt in Europa

Informationen zum weltweiten Hilferuf isländischer UmweltschützerInnen
(von O., August 2004)

Unser Ziel ist die Wiederbelebung des Widerstands gegen die groß angelegten unumkehrbar zerstörerischen Staudamm-Projekte im subarktischen Hochland Islands und die gnadenlose Ausdehnung der Schwerindustrie in Island. Uns verbindet ein Gefühl der Frustration über die Hoffnungslosigkeit, die sich in der Gesellschaft Islands angesichts des autokratischen Ausverkaufs durch unsere Regierung an die internationale Aluminium-Industrie und Konzerne wie Alcoa, Bechtel und Impregilo breitmacht. Diese drei Konzerne sind die Verantwortlichen für den derzeitigen Bau einer riesigen Aluminiumhütte in Reydarfjordur und des Karahnjukar-Staudammprojekts im östlichen Hochland, das der Energieversorgung der Hütte dienen soll.

Alcoa, Rusal, Rio Tinto und BHP-Billiton haben vor kurzem ihr Interesse bekundet, weitere Aluminiumfabriken im Norden des Landes zu errichten; Alcan und Century haben bereits grünes Licht für die großzügige Ausdehnung ihrer bestehenden Anlagen im Südwesten des Landes bekommen. Des Weiteren hat R&D Ltd. die Baugenehmigung für eine hochgradig umweltbelastende Anoden-Fertigungsstätte in der Nähe von Reykjavik erhalten. Century (schon wieder!) plant noch eine weitere Hütte bei Keflavik. Wenn der Bau dieser neuen und die Erweiterung der bereits bestehenden Fabriken allein im Südwesten des Landes umgesetzt werden, wird das Gebiet um die Hauptstadt Reykjavik Schätzungen zufolge zur am meisten verschmutzten Region Nordeuropas werden.

Island, das einzige Land Europas, das von der Zerstörung durch die Industrialisierung bisher halbwegs verschont geblieben ist, ist nun, im 21. Jahrhundert, für den groß angelegten Aufbau schadstoffreicher Schwerindustrien vorgesehen und steht vor einer Invasion zahlreicher multinationaler Konzerne. Das müssen wir verhindern!

Zu unseren Forderungen gehört ein sofortiger Baustopp für das Staudamm-Großprojekt in Karahnjukar im Osten Islands. Durch die geplante Reihe von Staudämmen wird das größte zusammenhängende Gebiet urwüchsiger Natur in Westeuropa zerstört, einzig und allein für die Stromproduktion der zukünftigen Alcoa-Aluminiumhütte im unberührten Reydarfjordur-Fjord, die für eine Kapazität von 322.000 Tonnen konzipiert ist.

Weiterhin fordern wir eine erneute Überprüfung aller Forschungsdaten und der autokratischen Entscheidungen, auf denen die vielen anderen laufenden Projekte und Planungen zur Zerstörung der isländischen Natur im Namen einer weiteren Ausdehnung der Schwerindustrie basieren. Einige der Gebiete, die zerstört werden sollen, stehen unter dem Schutz isländischen und internationalen Rechts, z.B. Kringilsarrani in der Nähe von Karahnjukar und Thjorsarver im Zentrum des südlichen Hochlands. Alle für die Zerstörung vorgesehenen Regionen sind derzeitige oder potenzielle Anziehungspunkte für Natur-Touristen von besonderer Schönheit, großer biologischer Vielfalt und von hohem Wert für die Forschung.

Vor einigen Jahren erreichten die UmweltschützerInnen einen Teilsieg, als die Flutung von Eyjabakkar (ebenfalls im östlichen Hochland Islands) gestoppt werden konnte. Danach veröffentlichte die Regierung ihre Pläne für ein noch viel größeres Projekt in Karahnjukar, das sogar einen Teil von Eyjabakkar einschließt. Die Regierung trieb das Projekt dann Anfang letzten Jahres voran – trotz der Einwände wegen irreversibler Folgeschäden für die Umwelt von Seiten der normalerweise zahmen staatlichen Planungsbehörde. Als die Sprengungen und Bohrungen begannen, machte sich ein ausgeprägtes Gefühl der Niederlage und der Trauer unter den UmweltschützerInnen breit. Wir versuchen nun, diesen Effekt durch die Suche nach neuen Formen des Widerstands, der Organisation und Finanzierung umzukehren. Außerdem müssen wir dringend weltweit neue Kontakte knüpfen und Erfahrungen von AktivistInnen im Ausland aufnehmen.

Unser Kampf geht Hand in Hand mit einem starken Gefühl der Wut, das sich in den letzten Monaten in breiten Kreisen der isländischen Gesellschaft formiert und gegen die autoritären Methoden der isländischen Regierung in allen Bereichen richtet. Wir stehen allerdings in einem harten Kampf mit den von Neokonservativen dominierten Medien und haben nur einen Teil der öffentlichen Meinung des Landes auf unserer Seite, obwohl vor dem Bau etwa die Hälfte der IsländerInnen dem Projekt skeptisch gegenüberstand. Die Regierung schafft ein Klima der Angst und benutzt persönliche Bedrohung und professionelle Verfolgungsmaßnahmen gegen Personen, die es wagen, sich ihrer Politik zu widersetzen. (Die isländische Regierung unterstützt den Krieg im Irak obwohl über 85% der Bevölkerung dagegen sind.)

Im Jahr 2002 und Anfang 2003 organisierten wir Proteste gegen das Karahnjukar-Projekt. Im März 2003 fand die erste Sprengung in der Karahnjukar-Schlucht durch das staatliche Energieversorgungsunternehmen Landsvirkjun statt – mit Live-Übertragung im staatlichen Fernsehen. Im März 2004 organisierten wir eine publikumswirksame Protestveranstaltung in der Turbinenhalle der Tate Modern Gallery in London und „gestalteten“ den letzten Tag der Ausstellung des isländischen Künstlers Olafur Egilsson. Dieses Ereignis war der Beginn neuer Anstrengungen zur Wiederbelebung unseres Widerstands. Eine ganze Reihe von Aktionen erfolgte dann im Frühling und Sommer 2004.

Die isländischen UmweltschützerInnen schlagen eine Alternative zum Arbeitsplatzargument vor, das dazu benutzt wird, die simple und unkreative Industrialisierung der isländischen Gesellschaft zu rechtfertigen. Dazu gehört die Förderung von weniger umweltschädigenden Industrien, die auf gut ausgebildete Arbeitskräfte verschiedenster Qualifikation zurückgreifen. Island ist der ideale Ort für eine sensibel gesteuerte Öko-Industrie; dieser Bereich wird von der isländischen Regierung jedoch nur sehr selektiv unterstützt, Forschung und Entwicklung werden dabei nur unzureichend finanziert. Island ist bereits ein immer beliebter werdendes Urlaubsziel. Mit verbesserten Investions- und Steuerungsmaßnahmen könnte ein hochqualitativer Öko-Tourismus von großem Gewinn für das Land sein. Mit seiner immer noch relativ sauberen Luft und sauberem Wasser sowie der Vielzahl an geothermischen Quellen könnte Island ein weltweit bekannter Ort für Bädertourismus sein und den uns am nächsten lebenden Nachbarn in Europa und Nordamerika den Rückzug in urwüchsige Wildnis bieten.

Wir sind gegen die oft in Ländern der „3. Welt“ angewandte Politik der eingleisigen Konzentration auf den primären Sektor, mit seinen eintönigen Arbeitsplätzen und ungesunden Arbeitsbedingungen. Unsere Regierung hat die IsländerInnen in internationalen Handelsmagazinen als billige Arbeitskräfte angepriesen, die ideal für den Einsatz in Großindustrien geeignet seien. Das passt zur unter dieser Regierung immer weiter auseinanderdriftenden Schere zwischen Arm und Reich und dem Rückbau im Gesundheits- und Bildungsbereich. Damit einher geht der Ausverkauf der billigsten Ressourcen zur Energiegewinnung auf Kosten unseres größten Besitztums: unserer Natur. Die Scheinheiligkeit von Alcoa und der isländischen Regierung wird in der Befreiungsklausel deutlich, die die Regierung im Rahmen des Kyoto-Protokolls aushandelte, damit sie ihre Politik zur Förderung der Schwerindustrie ermöglichen konnte.
Eines der Hauptargumente für den Bau des Staudamms ist die Behauptung, Wasserkraft sei umweltfreundlich. Die Stauseen würden jedoch großflächig Pflanzen unter Wasser setzen, die dann verrotten und Treibhausgase freisetzen würden. Außerdem würde keine erneuerbare Energie produziert werden, weil sich die Seen mit dem Schlamm der Gletscherflüsse füllen würden. Die ständigen Schwankungen der Wasserstände würden zudem Staubstürme und Bodenerosion mit verheerenden Folgen für die Vegetation des Gebiets verursachen. (Die Nutzungsdauer der Karahnjukar-Staudämme wird dabei auf 40 bis 400 Jahre geschätzt!) Das Ausbleiben der für die Meeresflora und –fauna wichtigen natürlichen Schlamm-Ausschwämmungen stellt eine große Bedrohung für unsere wertvollen Fischbestände dar. Die Staudämme würden außerdem die Brutgebiete tausender seltener Vögel, einen großen Teil der Rentierbestände und eine der größten Seehundpopulationen Islands bedrohen. Da die Stauanlage über einem Geflecht geologischer Störungen errichtet wird, am Rande des Vatnajokull, dem weltgrößten nichtarktischen Gletscher, der teilweise noch vulkanisch aktiv ist, besteht auch eine reale Bedrohung für die BewohnerInnen der Region. Darüber hinaus besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass das Gewicht des Wassers im Staubecken weitere Risse in der Erdkruste verursacht und der Damm damit nicht in der Lage sein wird, genug Wasser für die Betriebsfähigkeit der Wasserkraftwerke zu halten.

Die isländischen UmweltschützerInnen sind auf einen Kampf vorbereitet, der mit Sicherheit viele Jahre andauern wird. Internationale Unterstützung und Druck werden in diesem Kampf von größter Wichtigkeit sein. Da Alcoa sich in den World Wildlife Fund for Nature eingekauft hat, haben wir die wertvolle Unterstützung dieser bedeutenden internationalen NGO verloren. Diese Tatsache kommt noch zu den Mauern des Schweigens über unsere verzweifelte Lage sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene hinzu.

Island ist das letzte große Gebiet mit wirklich naturbelassener und magischer Natur in Westeuropa. Es sollte einfach nur Grund zum Feiern und zum Staunen darüber sein, wie wild diese seltsam bebende Insel immer noch ist.

Die Welt kann es sich nicht leisten, diesen heiligen Drachen aus Blumen und Eis von der Gier der Konzerne zerstören zu lassen.

Das historische Protest-Camp im isländischen Hochland im Sommer 2005 (JoyB)

Am 14. Juni 2005 landeten große Mengen des grünen Milchprodukts SKYR in den Gesichtern von Firmenvertretern, die sich zur 10. Internationalen Aluminium-Konferenz in Reykjavik versammelt hatten. Und das war nur die Einstimmung auf den Sommer.

Die Sommersonnenwende war der Beginn eines äußerst inspirierenden und in der Geschichte der isländischen Protest-Bewegung einzigartigen Ereignisses.

Das internationale Protest-Camp in Karahnjukar zog Menschen aus der ganzen Welt an, die sich damit dem Kampf gegen die Zerstörung der größten verbliebenen unberührten Wildnis Westeuropas anschlossen. Das Hochland im Nordosten Islands beheimatet einige der beeindruckendsten Landschaften, wie aus einem surrealen Traum. Aber mehr noch, diese Region ist Brutgebiet der Kurzschnabelgans, Heimat der Rentiere und einer einzigartigen Fauna und Flora, die um ihr Überleben in der unwirtlichen subarktischen Umgebung kämpfen.

Die Menschen, die nach Island kamen um die einheimischen UmweltschützerInnen bei ihrem Kampf um die Rettung des Landes vor der Zerstörung durch die Schwerindustrie und die Gier der Konzerne zu unterstützen, kamen aus vielen Ländern: Großbritannien, Spanien, Österreich, dem Baskenland, Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Luxemburg, Belgien, Schweden, Kanada und den USA.

Die Mehrzahl der TeilnehmerInnen erfuhr von dem Camp durch den Isländer Oli, der durch Nordeuropa tourte, um Leute zu mobilisieren und Info-Veranstaltungen über die Zerstörung der Hochländer Islands zu organisieren. Einige hatten sich über die Website www.savingiceland.org informiert und wieder andere waren schon in Island und erfuhren von dem Camp durch Info-Veranstaltungen im linken Zentrum Snarrot in Reykjavik.

Leider schafften es nicht viele IsländerInnen, ihre Apathie und Selbstzufriedenheit zu überwinden und sich im Camp blicken zu lassen. Wir machen aber jetzt die Erfahrung, dass das Camp und die direkten Aktionen nach der internationalen Zusammenkunft starken Einfluss auf die UmweltaktivistInnen und die gesamte Gesellschaft Islands haben, da sie die Menschen ermutigt haben, nach Jahren einer repressiven politischen Atmosphäre ihrer Stimme wieder Ausdruck zu verleihen.

In Island wurde kritisiert, dass die meisten TeilnehmerInnen des Camps aus dem Ausland waren. Wir, die isländischen TeilnehmerInnen, möchten betonen, dass wir die ausländischen UmweltschützerInnen eingeladen haben, um uns in unserem Kampf zu unterstützen.

Genau wie die isländische Regierung internationale Konzerne zur Zerstörung unserer Natur eingeladen hat, sehen wir es als unser Recht an, unseren Kampf zu globalisieren und internationale AktivistInnen einzuladen, uns beim Schutz derselben Natur zu helfen. Die meisten am Bau des Staudammprojekts beteiligten ArbeiterInnen kommen aus dem Ausland. Alle beteiligten großen Bauunternehmen kommen aus dem Ausland, auch wenn einige schwerreiche isländische Subunternehmer und eine Handvoll korrupter Politiker in der isländischen Regierung von dem Vorhaben profitieren. Von dem Projekt werden mit Sicherheit nicht die IsländerInnen profitieren, obwohl sie sehr wohl die Rechnung zahlen dürfen.

Dass die isländische Regierung internationalen Konzernen mit einer langen Erfahrung in Umweltkriminalität erlaubt, in unser unberührtes Land zu kommen, bedeutet, dass wir jetzt Teil des internationalen Ausbeutungs- und Umweltzerstörungsspiels geworden sind. Island profitiert nicht mehr von seiner abgeschiedenen Lage. Die Insel ist auf einmal zu einem vogelfreien hochtechnisierten Gebiet geworden, das zur kurzzeitigen Befriedigung von Geldgier dient. Die Beschneidung der Rechte von Menschen aus dem Ausland, gegen diese Zerstörung unseres gemeinsamen globalen Naturerbes zu protestieren, ist der reine Hohn. Umweltverschmutzung kennt keine Grenzen, genau wie das fundamentale Menschenrecht, gegen Ungerechtigkeit und Korruption aufzubegehren.

Wir sind der mutwilligen Zerstörung von Dingen bezichtigt worden, auf die sich das Land bereits demokratisch geeinigt hat. In Wirklichkeit gab es jedoch nie einen offenen und fairen Abstimmungsprozess über das Projekt. Die Regierung hat den staatlichen Energieversorger Landsvirkjun dazu benutzt, Propaganda zu verbreiten, vor allem im Osten Islands. In den Medien wurden ständig Falschinformationen und Lügen gestreut, so dass die Bevölkerung jetzt glaubt, die von dem Staudamm erzeugte Wasserkraft sei so genannte „grüne Energie“ und die Schadstoffemissionen der Alcoa-Aluminiumhütte in Reydarfjordur sei somit ebenfalls „grün“! Wenn genauso viel Geld für die Verbreitung korrekter Informationen über die Folgen für die Wirtschaft, unsere Natur und die Luft, die wir atmen, ausgegeben worden wäre, wäre dem Bau nie zugestimmt worden.

Eines der Ergebnisse der Proteste dieses Sommers für Island ist, dass die Menschen sich getraut haben, ihre Meinung über den Staudamm zu ändern. Alle ernsten Vorhersagen, die wir isländischen UmweltschützerInnen vor dem Baubeginn unter der Bevölkerung zu verbreiten versuchten, sind leider eingetroffen und wurden in einigen Fällen sogar noch übertroffen. Bei einer Gallup-Umfrage vom März 2005 zeigte sich, dass 43 Prozent der IsländerInnen das Karahnjukar-Projekt für einen großen Fehler halten. In einer anderen Gallup-Umfrage vom Januar 2005 wurde deutlich, dass 90 Prozent der EinwohnerInnen keine weiteren Schwerindustrieansiedlungen in Island wünschen und die Konzentration auf wissensbasierte und weniger umweltschädliche Branchen bevorzugen. Nichtsdestotrotz liegen viele weitere Projekte auf dem Tisch, die die Ausweitung der Schwerindustrie und eine weitere Zerstörung der isländischen Gletscherflüsse beinhalten, was die weitere Verwüstung einiger der wertvollsten Naturschätze der Insel mit sich bringen würde.

Auch wenn wir die Karahnjukar-Staudämme in diesem Sommer in den Mittelpunkt gestellt haben, zielte unser Protest auch darauf ab, Aufmerksamkeit für diese zukünftigen Pläne sinnloser Zerstörung zu wecken. Bei vielen Dingen sind wir fast wie hochtechnisierte Ureinwohner. Wir sind einer der reichsten Staaten der Welt und verkaufen dennoch unser Land zu Dumping-Preisen, zum Gewinn einiger weniger, damit unsere korrupten Politiker beim großen Festessen von Militär und Industrie mitfeiern können. Die isländischen Politiker leiden unter einem ausgeprägten Minderwertigkeitskomplex und würden gern als aktiv Handelnde auf der Weltbühne wahrgenommen werden. Das wird immer dann deutlich, wenn die USA die Unterstützung Islands bei neuen militärischen Abenteuern benötigen. Das Schoßhündchen beteiligt sich mit seinem Jaulen an Kriegskonferenzen und wenn es um die billige Energie für die Schwerindustrie in Island geht.

Kritische Stimmen weisen darauf hin, dass wir uns bei unseren natürlichen Ressourcen wie ein Land der „3. Welt“ verhalten; das ist auf unheimliche Weise zutreffend. Unser Land hat einen hohen Bildungsstand und trotzdem bemühen wir uns nur um die Schaffung von Arbeitsplätzen, die keine Qualifikation erfordern. Die meisten Länder der „3.Welt“ sind gezwungen, die Schwerindustrie in ihr Land zu holen, weil sie es sich nicht leisten können, ihre Bevölkerung zu qualifizieren; mit dieser Szenerie haben wir es hier nicht zu tun. Das Absurde bei dem Schwerindustrie-Irrsinn in Island ist die Tatsache, dass die meisten isländischen Export-Firmen jetzt wegen der starken isländischen Währung Bankrott gehen oder gezwungen sind, abzuwandern.

Einer der größten Erfolge des Protest-Camps war, dass das Thema der Schwerindustrie und ihre Folgen wieder in die allgemeine Diskussion kamen. Vorher war die Auseinandersetzung völlig zum Verstummen gebracht worden und Politiker und Energieunternehmen konnten ungehindert davon schwärmen, wie gut es ist, Firmen wie Alcoa und Bechtel in Island zu haben. In diesem Sommer kamen viele hässliche Details und viele nicht bekannte Nachteile heraus; die Öffentlichkeit wurde erschüttert und den internationalen Schwerindustrieunternehmen, die hier investieren möchten, haben eine klare Botschaft erhalten: Es gibt einen wachsenden Widerstand in Island gegen sie und sie sind in diesem Land nicht willkommen.

Es war vom ersten Tag an klar, dass die Protestierenden und AktivistInnen aus der ganzen Welt der isländischen Regierung ein Dorn im Auge sein würden. Die Einwanderungsbehörde begann schon Zähne zu zeigen bevor überhaupt jemand gekommen war und drohte damit, alle Protestierenden schon and der Grenze aufzuhalten. Es ist nicht klar, was im Kopf der Leiterin der Immigrationsbehörde vorging, denn das hätte bedeutet, alle RucksacktouristInnen nach dem Eintreffen in Island festzuhalten und zu verhören. Da die Mehrzahl der TouristInnen, die hierher kommen, Rucksackreisende sind, wäre die Tourismusindustrie in totales Chaos geraten und der Rest der Welt hätte gesehen, wie es hier wirklich zugeht. Und das trotz der Angeberei, die erste Demokratie der Welt gewesen zu sein. Es muss nicht mehr betont werden, dass es sich nur um leere Drohungen handelte, die Leute abschrecken sollten. Der Plan ist nicht aufgegangen. Der nächste Schritt bestand darin, das isländische „Wikinger-Kommando“, die so genannte Aufruhrstaffel, vorbeizuschicken, um die Protestierenden zu schikanieren. Wir hatten also die Schläger auf dem Hals, und zwar dermaßen, dass unzählige Verletzungen grundlegender Menschenrechte und fragwürdige Polizeimaßnahmen uns dazu brachten, eine öffentliche Untersuchung des Verhaltens von Polizei und Justizministerium einzufordern.

Was meiner Meinung nach die IsländerInnen am wütendsten gemacht hat, war das Verhalten der Polizei gegenüber den Protestierenden, die Verfolgung von Menschen durch ZivilpolizistInnen, das Herausgreifen und grundlose Inhaftieren von Leuten usw. In den Fällen, in denen Betriebsgrundstücke betreten wurden, hatte die Polizei das Recht zur Festnahme; sie behielt die Festgenommenen dabei jedoch für die längste zulässige Zeit in Haft und verweigerte in vielen Fällen die Ausgabe von Wasser und Essen. In einem Fall wurde eine Verhaftete mit Blutzuckerproblemen schwer krank, da ihr nichts zu essen gegeben wurde, obwohl sie gesagt hatte, dass sie ohne Essen starke gesundheitliche Probleme erleiden würde.

Doch das war noch nicht das Ende der sinnlosen Schikanen: Die Einwanderungsbehörde übermittelte der Polizei eine Liste mit den Namen von 21 Protestierenden. Allen aufgeführten Personen sollte eine Verwarnung mit einer Ausweisungsandrohung überreicht werden. Sie hatten dabei eine einwöchige Frist für den Widerspruch gegen die Ausweisung. Dann begann die Kopfjagd. Die BeamtInnen konnten offensichtlich nicht lesen, denn sie taten so, als ob sie bereits Ausweisungsbescheide verteilen würde, in einigen Fällen wurden Leute festgenommen, als sie sich weigerten, Zivilbullen ihre Pässe zu zeigen. Zivilbeamte warteten auf Protestierende und stellten ihnen solange nach, bis sie allein waren, um dann hervorzuspringen und sie zum Mitkommen wegen der Aushändigung der Papiere aufzufordern. Bis jetzt hat sich die Einwanderungsbehörde nicht zu diesen möglichen Fällen von Ausweisung geäußert, das Verhalten der Polizei ist dabei aber einfach skandalös. Komisch an der Liste war, dass über die Hälfte der aufgeführten Personen das Land bereits verlassen hatten und die Verbliebenen schon abgereist gewesen sein würden, bevor eine Ausweisung hätte stattfinden können. Es liegt also auf der Hand, dass diese Taktik nur der psychologischen Kriegführung gegen uns diente.

Teilweise wurde in allgemeinen Debatten behauptet, es ginge uns nicht um Island, sondern nur um Vandalismus, was natürlich einer gewissen Ironie nicht entbehrt. Wir haben in diesem Sommer keine Schäden verursacht, außer ein paar Baracken auf der Karahnjukar-Baustelle zu besprühen – und das war alles. Wir brachten die Arbeiten in Karahnjukar für ein paar Stunden zum Erliegen und stoppten die Arbeiten auf der illegalen Baustelle der Alcoa-Fabrik in Reydarfjordur – Alcoa hat keine Umweltfolgenbewertung durchgeführt! – aber das fällt wohl kaum unter Vandalismus. Niemand wurde je für irgendeine Art von Straftat belangt. Dass wir auf unserer Website die Fortsetzung unserer Proteste in der Hauptstadt ankündigten, wurde von den Behörden als Vorwand für die repressiven Maßnahmen und die Ausweisungsdrohungen benutzt, wobei angeführt wurde, die ausländischen DemonstrantInnen wären eine Gefahr für die öffentliche Ordnung. Wir haben nie mitgeteilt, in welcher Form unser Protest weitergehen würde, weil es sie einfach nichts angeht.

Im Laufe des Sommers gab es verschiedene Formen des Protests, Ankettungsaktionen waren nicht die einzigen Mittel. Es ist uns gelungen, viele Informationen über die dunklen Seiten der Aluminium-Industrie und die für die Zerstörung vorgesehenen Orte an die Öffentlichkeit zu bringen. Nachdem wir in Reykjavik angekommen waren, fuhren wir trotz der zahllosen Hindernisse und der Gefahr, für nichts verhaftet zu werden, mit unseren Aktionen fort: Wir veranstalteten ein Protest-Picknick auf dem Platz vor dem Parlament und einen Protest-Karneval und brachten ein Transparent am Turm der Kathedrale an, um nur einige zu nennen.

Auch wenn nur so wenige isländische AktivistInnen am Camp und anderen Zusammenkünften teilnahmen, (vielleicht weil wir die ersten in der Geschichte Islands sind, die zivilen Ungehorsam als Protestform lebten und alles Neue erstmal Angst macht), zeigt sich, dass die Aktionen und Ereignisse des Sommers 2005 andere IsländerInnen dazu motiviert haben, mal was zu tun und den Kampf weitergehen zu lassen. Es entstehen neue Gruppen. Von sehr jungen radikalen Teenagern bis hin zu einer Gruppe älterer UmweltschützerInnen mit dem Namen „STOP“. Wie wir glauben auch sie, dass es entscheidend ist, den Widerstand gegen das Karahnjukar-Staudamm-Projekt nicht aufzugeben. Es muss gestoppt werden, auch wenn der Bau schon begonnen hat.

Im kommenden Sommer (2006) werden wir IsländerInnen dann mit den 1.000 AktivistInnen aus der ganzen Welt wiederkommen, die wir hoffen, dafür gewinnen zu können, uns beim Kampf um die größte naturbelassene Wildnis Europas zu unterstützen.